Der Duftende Waldmeister ist in den klimatisch gemäßigten Zonen Europas und Asiens weit verbreitet. Er besiedelt vor allem Laubwälder mit einem feuchten, humusreichen Boden.
Der Duftende Waldmeister ist eine immergrüne, krautige Staude, die je nach den lokalen Standortbedingungen zwischen 5 und 50cm hoch wird. Er bildet ein dünnes, kriechendes Rhizom. Das dient sowohl als Überwinterungsorgan als auch zur vegetativen Vermehrung. Die Staude hat einen aufrecht wachsenden Stängel mit einem vierkantigen Querschnitt. Der Stängel bleibt unverzweigt. Jeweils 6 bis 8 elliptisch schmale Blätter bilden einen Quirl. Diese Blätter können direkt am Stängel sitzen oder sie haben einen sehr kurzen Stiel von nicht mehr als 1mm Länge.
Der Duftende Waldmeister blüht zwischen April, bzw. Mai und Juni. Mehrere der kleinen, weißen Blüten bilden einen endständigen Blütenstand, eine sogenannte Trugdolde. Die kurzen Blüten haben eine röhrenglockige Form, wobei die 4 Zipfel der Blütenblätter die Röhre sind.
Der Duftende Waldmeister gedeiht sowohl im Halbschatten als auch im Schatten. Der Boden sollte locker und humusreich oder sandig sein. Optimal ist etwas Buchenlauberde als Pflanzsubstrat. Der duftende Waldmeister ist der ideale Bodendecker für schattige Plätze unter Laubgehözen. Er breitet sich rasch selbst aus, kann aber auch im Herbst ausgesät oder geteilt werden.
Eine Maibowle ist ohne einige Stängel und Blätter des Duftenden Waldmeisters undenkbar. Der typische Waldmeisterduft geht auf Cumarin, einen seiner Inhaltsstoffe zurück. Der Waldmeister ist ein bekanntes Würz- und Heilkraut.
Der Duftende Waldmeister wurde von Linné ursprünglich als Asperula odorata beschrieben. Dies ist ein heute ungültiges Synonym, taucht jedoch noch in älteren Gartenbüchern als wissenschaftliche Bezeichnung auf. Er unterscheidet sich jedoch in einigen Merkmalen von den übriegn Waldmeisterarten der Gattung Aperula und wurde dehalb in die Gattung Gallium gestellt.